Das Mantra OM und andere mystische Silben für die Meditation

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Gemäß Lexikon handelt es sich beim Mantra Om sowie anderen Mantras um mystische Silben oder heilige Namen Gottes, die Hindus singen, im Geist wiederholen oder auch niederschreiben und somit für die Meditation verwenden.

Mantras – mystische Silben für die Meditation

Mantras entstammen dem Sanskrit (sam = gut, kri = getan), welches die Wurzel aller Sprachen, und auch als Devangari („Sprache der Götter“) bekannt ist.
Sanskrit besteht aus Grundtönen, die eigentlich Schwingungen sind, die aus dem Objekt oder der Tat hervorgehen, die sie bezeichnen.
Mantras wurden nie von jemand komponiert oder niedergeschrieben. Es sind Energien, die von jeher im Universum existierten; sie können nicht geschaffen und nicht vernichtet werden. Sie wurden von verwirklichten Meistern (Heiligen) entdeckt und weitergegeben. Bei Übersetzung erfolgt eine Verfälschung.

Die Wirkung der Mantras

Die Gedankenstruktur, die durch ein Mantra entsteht, ist positiv, wohltuend und beruhigend.

  • Wirkung auf den Körper: Beim Singen, Sprechen oder Schreiben von Mantras manifestiert sich deren Energie in unserem Körper, denn Töne sind Schwingungen und eine Form von Energie (z. B. laute Musik tut unseren Ohren weh).
  • Wirkung auf den Geist: Wenn wir ein Wort aussprechen, erscheint automatisch das dazu passende Gedankenbild im Geist; dessen sind wir uns jedoch meist nicht bewusst (z. B. beim Hellsehen: Bilder im Geist werden abberufen).

Mantra- und Japa Yoga

Mantra Yoga ist eine komplexe Wissenschaft um die Mantras und umfasst alle Mantras, währenddem beim Japa Yoga nur das Mantra Om oder ein persönliches Mantra für die Meditation verwendet wird.
Zur Wiederholung dieses Mantras wird ein Rosenkranz, die so genannte (Japa-) Mala, benützt. Sie besteht aus 108 Perlen, wovon eine größer ist; dies zeigt an, dass das Mantra 108-mal wiederholt wurde.
Die große Perle (Meru) darf nicht überschritten werden, sondern die Mala wird gedreht und es wird in entgegen gesetzter Richtung von vorne mit der Wiederholung des Mantras begonnen.
Die Perlen werden mit Daumen und Mittelfinger weiter gerollt.

Likitha Japa – Mantra-Schreiben

Eine der wirkungsvollsten Methoden des Japa Yoga ist Likitha, das Schreiben von Mantras. Hierbei sollten täglich ein bis drei DIN A4-Seiten mit der selben Feder und in einem eigenen Heft niedergeschrieben werden, wobei dieselben Punkte wie für die Meditation zu beachten sind.

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Arten der Mantras

Saguna – Mantras mit göttlichen Eigenschaften

Eine Gottheit (= ein Aspekt Gottes) und das entsprechende Mantra werden gewählt und bis zur Selbstverwirklichung verwendet.
Die verschiedenen Aspekte Gottes rühren von den verschiedenen Charakteren der Menschen her; deswegen fühlt sich jeder zu einem anderen Aspekt Gottes hingezogen und wählt daher seine bevorzugte Gottheit (Ishta davata); z. B.

  • Siva (Shiva) entspricht jenen, die von Natur aus zu Askese, harter Körperdisziplin und spiritueller Ausdauer neigen und sich zur Meditation hingezogen fühlen.
  • Krishna ist für alle, die von mütterlicher und väterlicher Leidenschaft motiviert werden, außerdem für besonders religiöse Menschen und für alle, denen das Wohlergehen anderer am Herzen liegt.
  • Lakshmi für Menschen, die Schönheit, Harmonie und Frieden besonders schätzen.
  • Hanuman für jene, die vom Wunsch zu dienen, vom Willen zum Gehorsam und vom Edelmut des Herzens beherrscht werden.
  • Kali ist ideal geeignet für jähzornige und gewalttätige Menschen.
  • Shakti entschleiert die Gegenwart Gottes in all seinen zahllosen Manifestationen.
  • Rama entspricht Menschen, die Sinn für Familie, Verantwortung und Ordnung haben und für die Ideale wichtig sind.
  • Durga für jene, die Ehrfurcht vor dem Mutteraspekt als göttliche, universelle
    Energie empfinden.
  • Hari (Kosename für Krishna) für diejenigen, die sich zu allen möglichen Formen der Verehrung hingezogen fühlen.

Um bestimmte Eigenschaften zu erlangen, können Mantras bzw. mystische Silben anderer „Gottheiten“ in ergänzender Weise für die Meditation verwendet werden.

Jedes echte Saguna Mantra erfüllt 6 Bedingungen:

  • Es wurde ursprünglich einem Weisen enthüllt, der mit seiner Hilfe Selbstverwirklichung erlangte und es anderen weitergab.
  • Es hat eine führende Gottheit.
  • Es hat ein bestimmtes Versmaß.
  • Es besitzt einen Samen, der es mit einer bestimmten Kraft ausstattet, die das Wesentliche des Mantras ausmacht.
  • Es hat eine dynamische, göttliche Macht.
  • Es hat einen Verschluss, der das reine Bewusstsein, das im Mantra versteckt ist, verbirgt. Dieser Verschluss kann durch ständiges Wiederholen beseitigt werden; wenn die Zeit reif ist, enthüllt sich das reine Bewusstsein und der Betreffende empfängt während der Meditation die Vision seiner Gottheit.

Das Gayatri Mantra

Dieses Mantra ist das höchste und eines der heiligsten Mantras der Veden und es kann an alle übertragen werden. Es wird auch „Mutter der Veden“ genannt. Es reinigt den Geist, zerstört Schmerz, Sünde und Unwissenheit, bringt Befreiung; es schenkt Gesundheit, Schönheit, Kraft, Vitalität, Macht, Intelligenz und eine magnetische Aura.
Gayatri ist ein Vers bestimmter Länge und eines bestimmten Versmaßes. Diese bestimmte Versform wird auch verwendet, um viele „Gottheiten“ zu preisen und zu erwecken.

Nirguna – abstrakte Mantras

Dabei handelt es sich um Mantras ohne Form, wie z. B. das Mantra Om. Mit ihnen werden weder „Gottheiten“ noch personifizierte Aspekte Gottes angerufen. Sie werden verwendet, um sich mit der gesamten Schöpfung zu identifizieren, denn nicht jeder Mensch wird von einer persönlichen Gottheit angezogen.

Bija Mantras – mystische Silben

Bei dieser Art Mantras handelt es sich um Samenbuchstaben bzw. Silben, die direkt von den 50 ursprünglichen Klängen aus dem Sanskrit hergeleitet sind; sie sind sehr machtvoll.
Jedes hat eine eigene, innere, mystische Bedeutung, obwohl der Klang oberflächlich betrachtet, keinerlei Bedeutung zu haben scheint.
Jedes Element im Universum hat sein eigenes entsprechendes Bija Mantra:
z. B. Äther: Ham, Luft: Yam, Feuer: Ram, Wasser: Vam und Erde: Lam.
Aber auch die „Gottheiten“ haben ihre eigenen Samensilben.
Diese Mantras werden für gewöhnlich wegen der ihnen inne wohnenden Kraft nicht zur Einweihung verwendet (Anmerkung: mann/frau kann sich in ein Mantra einweihen lassen; bei dieser Zeremonie wird die Energie des gewählten Mantras vom Guru auf den Schüler übertragen).

Es gibt auch Mantras für besondere Zwecke, wie zur Heilung von Schlangenbissen und chronischen Krankheiten, aber sie sind weniger bedeutend.
Heute wird begonnen die Macht der Klangschwingungen (z. B. Ultraschall) in der physikalischen Therapie zu verwenden. Die alten indischen Weisen verfügten über diese Erfahrungen schon vor tausenden von Jahren und machten sich dieses Wissen zunutze.
Selbstverständlich gibt es auch westliche Mantras, wie z. B. Kyrie Eleison, Alleluja, Amen etc.

Die mystische Silbe OM (AUM)

Om oder Aum, beide Aussprachen sind möglich; geschrieben wird meistens Om.
In Om ist alles was war, was ist und was sein wird.
In der Bibel steht geschrieben:


„Am Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott,
und Gott war das Wort.“


Was soviel bedeutet wie: Wort und Sprache sind nichts Erfundenes. Das Wort selbst ist Gott, so wie Gott alles ist.
Alle Mantras sind in der mystischen Silbe Om, dem abstrakten und höchsten Mantra des Kosmos, verborgen.
Das Universum kam aus Om (dem Urton), ruht in Om und löst sich in Om auf.
Om kann von all jenen als Mantra verwendet werden, die keinen Guru finden können, der sie in ein Mantra mit göttlichen Eigenschaften (Saguna) einweiht.

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Die Bedeutung des Mantra Om

  • A: obere Kurve = Wachzustand oder auch die materielle Welt
  • U: untere Kurve = Traumzustand oder die Welt der Geister, Astralwelt, Himmel und Hölle
  • M: mittlere Kurve = traumloser Tiefschlaf oder das Unbekannte, Dinge, die jenseits der Reichweite des
    Intellekts liegen
  • Halbmond = Illusion (Maya)
  • Punkt (Bindu) = Überbewusster Zustand, Transzendenz der drei oben angeführten Zustände (A, U, M)

Tritt das individuelle Selbst (Jiva) durch den Schleier der Illusion (Maya) und verweilt in der Transzendenz, wird es von den drei Zuständen und ihren Eigenschaften befreit und der 4. Zustand (Turiya) tritt ein.
Die vier Zustände:

  1. Wachzustand (Jagrat)
  2. Traumzustand (Swapna)
  3. Tiefschlaf (Sushupti)
  4. der 4. Zustand (Turiya)

Das Singen der mystischen Silbe Om

Om kann auf verschiedene Weise gesungen werden (lang, kurz, laut, leise etc.); es bringt alle 72.000 Nervenkanäle (Nadis) zum Schwingen.
Das Singen der mystischen Silbe Om bringt den Geist unter Kontrolle und beschert ein unmittelbares Gefühl von Frieden und Ruhe.
Korrekt ausgesprochen geht der Klang vom Nabel aus in einer tiefen harmonischen Schwingung und manifestiert sich nach und nach im oberen Teil der Nase.
Der Kehlkopf und der Gaumen sind die Klangleiter; kein Teil der Zunge oder des Gaumens wird berührt.
Wenn das U ausgesprochen wird, rollt der Klang von der Wurzel der Zunge zum Ende des Klangleiters, dem Mund.
M ist der letzte Klang und wird durch Schließen der Lippen erzeugt.

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